Beim Kauf eines Wohnwagens dreht sich eine der schwierigsten Entscheidungen um die Größe des Gefährts. Es ist alles eine Sache des Kompromisses zwischen Komfort und Praxistauglichkeit. Laut  Good Sam Camping liegt die zugelassene Maximallänge für Wohnwägen in den meisten US-Bundesstaaten bei durchschnittlich 12 Metern, doch in manchen Staaten wie North Carolina ist sie mit maximal 10,5 Metern noch geringer. Doch trotz dieser Vorschrift ist es durchaus möglich, auch auf einer kleineren Fläche eine tolle Zeit zu verbringen. Bei größeren Wohnwägen stellt sich nach dem Urlaub oft auch die Frage, wie das 10 Meter lange Monstrum auf dem eigenen Grundstück untergebracht werden soll. Liebe Reisefans, Ihr dürft jetzt aufatmen: Ein französischer Techniker hat kürzlich einen geräumigen Wohnwagen entwickelt, der wie von Zauberhand geschrumpft werden kann.
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Es gibt bereits einige Marken, die manuell erweiterbare Wohnmobile herstellen,so  z.B. den Gidget Retro Teardrop Camper eines australischen Unternehmens. Durch Öffnen von Türen und Fächern werden zusätzliche Elemente sichtbar, so dass das Gefährt in der vollständig geöffneten Form letztendlich deutlich größer ist. Eric Beauer hat nun jedoch einen Wohnwagen entwickelt, der die gesamte Branche revolutionieren wird: Mit nur einem Knopfdruckt lässt sich der Anhänger auf das Dreifache seiner Größe ausfahren.

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„Vor ein paar Jahren wollte ich mir einen kleinen Wohnwagen aus den 60er-Jahren anschaffen. Da ich kein geeignetes Exemplar finden konnte, entschied ich mich dazu, mir selbst einen zu bauen“, teilte Beauer dem SF Globe mit. „Auf der Straße sollte er klein sein, damit ich mich mühelos fortbewegen kann, und nach der Ankunft sollte er groß genug sein, um eine 4-köpfige Familie zu beherbergen.“

Im eingefahrenen Zustand nimmt der BeauEr 3X lediglich 4 Quadratmeter ein, sodass er problemlos auf alle Reisen mitgenommen und zwischen den Urlauben mühelos abgestellt werden kann.

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Gemäß BeauErs Website kann der 3X von 4 auf  12 m² ausgefahren werden, d.h. auf das Dreifache seiner eigentlichen Oberfläche, daher auch sein Name. Innerhalb 20 Sekunden erreicht der Camper seine Maximalgröße, ohne dass sein Besitzer um den Wohnwagen herumlaufen und überall an irgendwelchen Griffen ziehen muss.

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Bei solch einem System erwartet man eigentlich ein weitestgehend leeres Inneres, denn wie soll all das Mobiliar auf einer so geringen Fläche Platz finden? Doch ganz im Gegenteil: Der Camper ist mit einem Bett, einer Küchenzeile und einem kleinen Wohnbereich gut ausgestattet. Dank ausreichend Platz für einen Fernseher ist auch für regnerische Tage vorgesorgt.

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Auch auf ein kleines Badezimmer wollte Beauer nicht verzichten, was bei kleineren Wohnwägen eher unüblich ist. Trotz der beschränkten Platzverhältnisse umfasst das Bad eine Toilette, ein Waschbecken und eine Dusche.

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Ein weiteres, nennenswertes Detail: In unausgefahrener Form sind alle Türen und Fenster vollkommen dicht, sodass Eindringlinge keine Chance haben.

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Neben dem 3X hat Beauer noch zwei weitere Modelle entwickelt, die 2016 und 2017 auf den Markt kommen sollen: den 3XC und 3X+. Der BeauEr 3XC ist ein vollwertiges Wohnmobil, der dieselbe Funktionsweise aufweist wie das Originalmodell und für zusätzlichen Komfort seitlich ausgefahren und auf dem Boden abgestützt werden kann. Noch anspruchsvollere Urlauber kommen mit dem 3X+ voll auf ihre Kosten: In kompakter Form sieht der Camper aus wie ein gewöhnlicher Wohnwagen, doch dank der BeauEr-typischen Teleskoperweiterung kann er auf beeindruckende 34 m² ausgefahren werden. Auch was die Ausstattung anbelangt steht er dem BeauEr 3X in keiner Weise nach.

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Wie er gegenüber dem SF Globe berichtete, glaubt Beauer an ein Konzept, welches er maßgeblich prägte - „Movehoming“ - was auf der Freiheit beruht „überall dort zu wohnen, wo man möchte“. So könne er ein paar Monate an einem Ort verbringen und mit Eintreten des kälteren Wetters in eine Gegend mit milderem Klima fahren und dank der modernen Technologie von heute im Home Office arbeiten. Als wir den französischen Architekten baten, einen Blick in die Zukunft der Reisemobilbranche zu werden, erzählte uns Beauer voller Begeisterung von seinem Traum von einem geräumigen und vollständig autonomen Mobilheim, den er durch die Verbindung mehrerer 3X+ Modelle und den Einsatz von Solarenergie verwirklichen möchte.

Der BeauEr 3X wird gegenwärtig ausschließlich in Frankreich hergestellt und kostet etwa 20.000 Euro zzgl. Steuern. Die Modelle 3XC und 3X+ befinden sich aktuell noch in der Entwicklungsphase und sollen voraussichtlich 48.400 bzw. 30.700 Euro zzgl. Steuern kosten. Beauer hofft, die Produktion dank Crowdfunding in Zukunft auf das restliche Europa und Nordamerika ausweiten zu können. Vielleicht erobert Eric Beauer mit seinem Konzept des „Movehoming“ eines Tages die ganze Welt.