Die Hütte von Jeff Turner, nicht einmal sechs Quadratmeter gross, hat schon die Aufmerksamkeit von vielen Mini-Haus-Fans auf der ganzen Welt ergattert. Doch am Anfang des Projekts stand die Notwendigkeit, ein ganz konkretes Problem zu lösen. Im Jahr 2003 hatte Turner, ein ehemaliger Inspektor und Bauunternehmer, sich in den Bergen von North Carolina ein Grundstück gekauft, um sich darauf ein Haus zu bauen, wie Tiny House Design berichtet. Aber nachdem er und seine Frau viele Wochenenden auf der Baustelle bei Regen in einem Zelt verbracht hatten, während sie den Bau planten und vorantrieben, wurde ihnen klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Außerdem hatten sie festgestellt, dass ihr Grundstück sich in einem der wenigen Gebiete an der Ostküste der USA befindet, in denen ein gemäßigter Regenwald vorherrscht. Sie konnten also davon ausgehen, dass sie noch oft mit ihren nassen Zelt würden kämpfen müssen. "Wir haben versucht, es in der Garage zu trocknen, nur um es ein paar Tage später wieder einzupacken und mitzunehmen", erzählt Turner dem SF Globe.
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Müde von dem ewigen nassen Hin und Her entschied Turner, eine nachhaltigere Konstruktion zu bauen, die ihnen während der Bauphase für ihr Wohnhaus helfen würde. Er benutzte dazu übriggebliebenes Baumaterial und machte sich selbst an die Arbeit. Turner geht davon aus, dass er für das kleine Haus rund 1.500 Dollar ausgegeben hat, wie er Tiny House Design sagte. Laut Turners Flickr-Seite schloss er das Projekt, das er liebevoll "Bude" nennt, im Juni 2004 ab - und genießt seitdem den Luxus eines trockenen Schlafplatzes. 


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Allerdings war damit die Odyssee noch nicht zu Ende. Kaum gebaut, bemängelten die Behörden, dass Turner die Bude ohne Erlaubnis und in einem Überschwemmungsgebiet gebaut habe, wie er dem Tiny House Blog erzählte. Also entschied er sich im Juni 2005, die ganze Konstruktion umzuziehen, bevor es die Behörden abreissen würden. Er baute ein Betonfundament, das hoch genug ist, um eine Flut zu überstehen, wie sie laut Statistik nur alle 100 Jahre vorkommt. (Dasselbe hat er später auch mit seinem Wohnhaus gemacht.)

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Wie Turner dem Tiny House Blog sagte, konnten er, seine Frau und der Hund in dem Mini-Haus gut übernachten, es ist gross genug für ein Doppelbett und einen Flachbild-Fernseher. Ausserdem benutzten die Turners eine Trockentoilette. Am meisten möge er jedoch all den eingebauten Stauraum, sagte Turner dem SF Globe: "Ich habe so viel davon eingebaut, wie ich konnte. Es gibt Regale im Esszimmer mit der Roll-Leiter, es gibt Stauraum unter der Treppe und in der Einbaukommode im Schlafzimmer mit den schrägen Wänden." Die Grundfläche seiner Hütte mag klein sein, aber clevere Schlupfwinkel gibt es fast überall. 

Neben dem charmanten schrägen Dach besitzt die Hütte auch ein passives Solarenergiedesign, um sie energieeffizienter zu machen. Er habe versucht, die Kraft der Sonne zu nutzen, erzählte Turner dem SF Globe, dafür platzierte er die Fenster so, dass sie sowohl die Wärme als auch das vorhandene Licht optimal nutzen. (Eigenschaften, die er später auch für sein Wohnhaus nutzte.) Auf seiner Flickr-Seite gibt Turner an, dass die richtig platzieren Fenster das Innere der Hütte um fast sieben Grad Celsius wärmer halten als die Außentemperatur, selbst im Winter, wenn kräftig Schnee fällt. 

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 Nachdem die Turners ihr Wohnhaus fertiggestellt haben, benutzen sie ihre Hütte hauptsächlich als Gartenlaube, allerdings eine mit einem Futon auf dem Boden. Turner lacht, wenn er danach befragt wird, ob er in der kleinen Hütte keine Platzangst bekommen habe. "Wir waren von den Bauarbeiten normalerweise so kaputt, dass wir eingeschlafen sind, sobald wir im Bett lagen", sagte er dem SF Globe, "wir haben auch nicht sehr viel Zeit in der Bude verbracht." Es gibt aber keinen Zweifel, dass das Mini-Haus komfortabler war als das ewig nasse Zelt.

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Für jene, die daran interessiert sind, selbst ein Mini-Haus zu bauen, hat Turner einen Rat: "Bau es größer als nur sechs Quadratmeter", sagte er dem SF Globe, "zwar denken die meisten Leute, sie lassen die Welt hinter sich, wenn sie in ihr Mini-Haus ziehen. Aber die meisten würden darin nicht sehr lange überleben, glaube ich. Ein Haus von der Größe einer Garage wäre dagegen sehr geeignet und ist trotzdem noch günstig, wenn es um Unterhaltung oder Grundsteuern geht." 

An den vielen liebevollen Details seiner Gebäude auf dem Grundstück in North Carolina kann man Turners Faible für Architektur erkennen. Aber seine Leidenschaft für die Bergregion in den Appalachen, egal wie nass sie ist, dürfte noch größer sein. Mit Glanz in den Augen erinnert sich Turner, wie das American Football Team des Appalachian State College einst gegen Michigan gewann: "Als das passierte, ist die ganze Gegend irre geworden." Irgendwie gehört eben alles zusammen, die Liebe zum Land, zum Wetter, zum Haus und zu den Leuten.