Am Morgen des 8. August 2015 machte sich Dustin McCaslin auf zum Pismo Beach, um mit seiner Drohne ein paar Surfer zu filmen. Da ahnte er noch nicht, dass das, was er gleich filmen würde, mindestens genauso erschreckend wie atemberaubend sein würde. Um 9:15 Uhr flog der aus Bakerfield stammende Kalifornier seine Drohne etwa 15 bis 30 Meter über das türkisblaue Wasser und entdeckte einen riesigen Schatten, der den Surfern gefährlich nahe kam. 
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Dieser etwa drei Meter lange Hai ist nicht das erste Exemplar, das diesen Sommer für Beunruhigung sorgte. Am spektakulärsten wird in diesem Jahr wahrscheinlich der Angriff auf den Profi-Surfer Mick Fanning gewesen sein, der am 19. Juli 2015 am J-Bay Open teilnahm, als Kameras am Ufer des südafrikanischen Ostkaps den Schreckensmoment live filmten. Fanning hatte Glück im Unglück und überlebte.


Haiangriffe wie diese sind sehr selten, doch die steigende Zahl der unprovozierten Attacken hat in diesem Jahr vor allem in den USA und insbesondere in North Carolina für große Beunruhigung gesorgt. Aus verschiedenen Gründen, die Forscher gegenwärtig näher ergründen, erlebt North Carolina mit einer Rekordzahl an Haiangriffen dem National Geographic zufolge zurzeit nämlich den „perfekten Sturm“.

Seit dem 9. Juli 2015 wurden allein entlang der Küste North Carolinas acht Angriffe gemeldet, während 2014 im ganzen Jahr nur vier Zwischenfälle bekannt wurden. George H. Burgess, Leiter des International Shark Attack File des Florida Museum of Natural History, führt die steigende Zahl der Haiangriffe auf das wärmere Wetter, den Überfluss an Köderfischen und den höheren Salzgehalt durch die regionale Dürre zurück.   

Auf dem ganzen Kontinent und vor allem in den dürregeplagten Gebieten der USA dient McCaslin Drohnenaufnahme nun als Erinnerung daran, dass Haiattacken trotz ihrer Seltenheit (laut Burgess liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1 zu 11,5 Millionen) durchaus eine reale Gefahr darstellen. Da sich die Tiere das Wasser mit Badenden und Surfern teilen, ereignen sich Begegnungen wie die am Pismo State Beach jedes Jahr aufs Neue.

Während auf der Drohnenaufnahme anfangs nur der drei Meter lange Hai gesichtet wurde, entdeckten YouTube-Nutzer auf McCaslins Video bald einen zweiten Hai (etwa bei Minute 0:20). Allerdings ist nicht bekannt, ob es sich bei diesem Tier um denselben Hai oder einen weiteren Meeresräuber handelt.

Laut  Berichten des San Luis Obispo Tribune zeigte McCaslin seine Aufnahme auch den diensthabenden Rettungsschwimmern, die bestätigten, dass der Schatten sehr „haiähnlich“ aussähe. Diese leiteten dann entsprechende Maßnahmen ein, um den Zwischenfall näher zu untersuchen. Glücklicherweise musste an diesem Tag kein weiterer Todesfall in die Statistiken aufgenommen werden.