Am 22. Juli 2015 war Eric Keen gerade mit seinem Boot, der Bangarang, unterwegs, um eine Schule Orcas zu beobachten, als er bemerkte, dass irgendetwas nicht stimmte. Während der Seelöwenjagd mit seiner Familie hatte sich ein junger Schwertwal verkalkuliert und war mit dem zurückgehenden Wasser am Ufer von Andrew Rocks in der Nähe von Hartley Bay, British Columbia, Kanada, gestrandet.

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Sofort bat er das Team von Cetacea Lab um Hilfe. Aufgrund der einsetzenden Ebbe wusste es, dass es unverzüglich handeln musste.

Obwohl die Mitarbeiter der Forschungseinrichtung schon seit 2001 Daten über Buckelwale und Orcas sammelten, war diese Situation für sie vollkommen neu. Also kontaktierten sie die Gitga’at Guardians von Harley Bay und Kanadas Department of Fisheries and Oceans (DFO).


Mit Fortschreiten des Tages strahlte die Sonne direkt auf den Orca herab und drohte, seine Haut auszutrocknen. Das Tier musste unbedingt feucht gehalten werden.

Als die Helfer von Gitga'at und die Mitarbeiter des DFO eintragen, hatte Keen gerade eine behelfsmäßige Wasserpumpe gebaut. Mithilfe von Decken und Handtüchern wurde die Haut des Orcas feucht gehalten, während die freiwilligen Helfer alles dafür taten, um dem Tier die nächsten 8 Stunden bis zum Einsetzen der Flut so angenehm wie möglich zu gestalten. 


Da der Schwertwal nicht an Menschen gewöhnt war, zeigte er bald deutliche Anzeichen von Stress. Er rief seine Familie um Hilfe, die in der Nähe blieb, aber nicht helfen konnte. Aufgrund der trockenen Umgebung fiel ihm das Atmen schwer. Doch die liebevolle, beharrliche Betreuung der Retter zeigte schließlich ihre Wirkung. Nach einigen Stunden begann das Tier sich zu entspannen und schloss sogar die Augen, während es auf die nächste Gelegenheit wartete, wieder zu seiner Familie zu schwimmen.

Als die improvisierte Wasserpumpe schließlich den Geist aufgab, wechselten die Retter zu Eimern und sonstigen Behältern. Glücklicherweise begann das Wasserlevel zu diesem Zeitpunkt bereits zu steigen. Der junge Orca begann instinktiv, den Schwanz zu bewegen, um die Tiefe des Wassers abzuschätzen. Um nicht Opfer seiner natürlichen Instinkte zu werden, zog sich das Team zurück, nachdem es zuvor alle Decken entfernt hatte.

Everybody - watch the news tonight!! There has been quite a bit of media interest and coverage about the transient orca...

Posted by Whale Point on Thursday, July 23, 2015

Kaum in Sicherheit, begann das Tier auch schon, nach seiner Familie zu rufen. Obwohl sich diese zwischenzeitlich vom Ufer entfernt hatte, schien sie seine Rufe zu hören. Über ein Hydrophon konnten die Retter verfolgen, wie sie ihm antwortete. 

Für die erschöpften und emotional überwältigenden Retter hätte es keine bessere Belohnung geben können.