Kaum war die Sonne am Morgen des teils bewölkten 10. Juli 2015 über Miami Beach aufgegangen, da passierte es. Ekaterina Juskowski, Bildkünstlerin aus der Nähe von Miami, wurde Zeuge eines Ereignisses, mit dem sie niemals gerechnet hätte, schon gar nicht während ihrer Arbeit. Die angesehene Fotografin befand sich mitten in einem Shooting mit ihrer Freundin, einem 36-jährigen Model, das den Strand entlanglief, während hinter ihr plötzlich ein kleines Boot erschien. 

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Das winzige Bötchen zwang sie zu einer Unterbrechung, doch nur wenige Augenblicke später sollte sie die ganze Wahrheit hinter dieser unfreiwilligen Pause erfahren. Wie kleine Kinder, die nach dem Unterricht aus dem Klassenzimmer stürzen, sprangen auf einmal neun Passagiere von ihrer Nussschale auf den weichen Sand und betraten ihre neue Heimat zum allerersten Mal.

Die aus Russland stammende Ekaterina kam  im Alter von 18 Jahren als Studentin in die USA und weiß daher sehr gut, wie es ist, ein völlig neues Leben in einem fremden Land zu beginnen. Während eines Interviews nach diesem Vorfall berichtete sie: „Als ich sah, wie diese Menschen vom Boot sprangen und in die Stadt rannten, um ein neues Leben anzufangen, kam mir meine eigene Geschichte eher unbedeutend vor. Ganz gleich, wie kontrovers das Problem der illegalen Einwanderung für manche von uns sein mag, ist es doch wichtig, dass man sich erinnert, dass diese Menschen hierherkommen, weil sie auf der Suche nach einem besseren Leben sind, und bereit sind, dafür großen Mut aufzubringen und harte Arbeit und Einsamkeit in Kauf zu nehmen. Während ich die US-Regierung in der Pflicht sehe, die Einwanderungsgesetze zu verbessern, erscheint es mir auf persönlicher Ebene normal, Mitgefühl und Verständnis zu zeigen.“

Laut Berichtenhalten sich seit 2012 etwa 11,4 Millionen illegale Einwanderer in den USA auf. Videos wie Ekaterinas zufällige Aufnahme sind jedoch eher selten. Auch wenn sie ihre Arbeit unterbrechen musste, erscheint diese kleine Pause im Vergleich zu den Strapazen der Neuankömmlinge eher unbedeutend. Dieser Meinung ist auch die Künstlerin.