Wenn Neugier töten würde, dann stünde es nicht gut um die Menschheit. Der Künstler Erik Pirolt hat eine Skulptur kreiert, die in einem sozialen Experiment zum Einsatz kam, das Aufschluss darauf geben sollte, welche Wirkung umgekehrte Psychologie auf Menschen hat. Es ist ein faszinierendes Phänomen, dass wir Menschen es lieben, Verbotenes zu tun und uns ähnlich wie ein 3-jähriges Kind benehmen, dem man sagt, es dürfe die Speisekammer nicht betreten, nur um es wenige Minuten später mit einem krümelbedeckten Gesicht und die Hände voller Kekse vorzufinden.

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Der Mensch ist von Natur aus neugierig. Das Ausmaß dieser Neugier wollte Pirolt nun näher erforschen, indem er den Betrachtern seiner Kunstwerke eine kleine Falle stellte. Er erschuf eine männliche Büste mit großen, offenen Augen. Unter der Skulptur brachte er ein Warnschild mit der Aufschrift „Achtung: Nicht in die Augen sehen“, an. Mithilfe eines Sensorsystems lässt sich erkennen, wenn diese Warnung missachtet wird.

Wenn der Betrachter der Skulptur nun trotzdem in die Augen blickt, schießt ihm plötzlich ein starker, aber harmloser Wasserstrahl entgegen. Der Strahl trifft die Plastikvitrine, so dass der verdutzte Regelbrecher nicht wirklich nass wird, jedoch einen ordentlichen, aber harmlosen Schock erlebt. Warum in aller Welt sind wir also so gut darin, so zuverlässig Warnungen zu ignorieren und genau das Gegenteil von dem zu tun, was wir tun sollen?

Psychologen begründen dieses Verhalten mit der Idee der Autonomität oder der Vorstellung, dass wir als Individuen immer eine eigene Wahl haben – wir haben die Kontrolle über uns selbst und lassen uns von niemandem etwas vorschreiben. Ungeachtet des Alters, des Geschlechts, der Herkunft oder jeglicher anderer Faktoren gibt es keinen Menschen, der es mag, wenn an ihm sagt, was er zu tun hat. Meistens machen wir genau das Gegenteil von dem, was man uns vorschreibt, nur um unsere Autonomität zu schützen. Wenn wir uns weigern, das zu tun, was man uns befiehlt, machen wir Gebrauch von unserer Entscheidungsfreiheit und erlangen die Kontrolle.

Pirolts Skulptur spielt mit dem menschlichen Verlangen, Autonomität zu wahren und liefert in diesem Zusammenhang urkomische Ergebnisse. Klickt auf das nachfolgende Video, um die Reaktionen der Betrachter zu sehen!